[img]
[img] [img]
Pommersche Evangelische Kirche
Reformator Johannes Bugenhagen (1485 - 1558) - Gedenken 2008

Bugenhagen-Festakt: Johannes Bugenhagen – der Realist unter den Reformatoren



Landesbischof Johannes Friedrich


MusikerInnen. Fotos: lwb/Grötzsch

Greifswald (lwb). “Johannes Bugenhagen hat entscheidend dazu beigetragen, daß sich die Reformation in Norddeutschland langfristig behaupten und durchsetzen konnte.” Mit diesen Worten würdigte der Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), den pommerschen Reformator anläßlich seines 450. Todestages. Bei einem Festakt im Greifswalder Dom St. Nikolai (Deutschland) an dem auch mehr als 90 kirchliche Leitungspersönlichkeiten aus den 44 europäischen Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) teilnahmen, sagte Friedrich am Sonntag, Bugenhagen sei – anders als der Visionär Martin Luther – der Realist unter den Reformatoren gewesen.

 

Bugenhagen habe keine umstürzenden Programmschriften verfaßt wie sein vertrauter Freund Luther, so Friedrich. “Als sein herausragendes Verdienst gilt die umsichtige und detaillierte Ausarbeitung evangelischer Kirchenordungen, in denen die theologischen Einsichten und Zielperspektiven der Reformatoren ihre alltagstaugliche Umsetzung in die Lebenspraxis erfuhren”, führte Friedrich aus.

 

Laut Friedrich ist es Bugenhagen um eine Antwort auf die Frage gegangen, was ein Christ konkret tun soll. Diese Frage sei von zeitloser Aktualität. Die moderne Form des gegenwärtig so populären positiven Denkens, der erfolgsorientierten Selbstoptimierung und der machbarkeitsgewissen Lebensplanung einschliesslich der damit verbundenen Selbstüberschätzungen wäre ihm jedoch zutiefst fremd gewesen, ist sich der Vorsitzende des DNK/LWB sicher.

 

Das gute Leben im Sinne Gottes, so Bugenhagens fundamentale Überzeugung, habe seinen Ermöglichungsgrund allein in der Liebe Gottes, der den sündigen Menschen aus Gnade zu seinem geliebten Kind erkläre. Auf die Gegenwart übertragen, müssten die Menschen heute begreifen, “welcher Gewinn sich ihnen für ihr persönliches Leben im Raum der evangelischen Kirche erschliesst”. (15.9.2008)

 

Wortlaut des Vortrages (280 KB)