Die Anfänge
![]() Das Wappen Bugenhagens - die Harfe Davids - im Gemeinderaum des Greifswalder Bugenhagenhauses der Johanneskirche |
Johannes Bugenhagen wurde am 24. Juni 1485 in Wollin geboren. Über seine Jugendzeit ist kaum etwas bekannt. Die Familie erhielt Unterstützung von der Äbtissin des Zisterzienserklosters in Wollin und Bugenhagen besuchte dort wohl bis zum 16. Lebensjahr die Schule.
Bugenhagen immatrikulierte sich dann am 24.1.1502 an der Landesuniversität in Greifswald. Er verließ die Universität im Sommer 1504 ohne akademischen Abschluß.
Im Herbst 1504 wurde er vom Abt des nahe bei der Stadt Treptow an der Rega gelegenen Prämonstratenserklosters Belbuck zum Schulrektor vorgeschlagen und von der Stadt bestätigt.
Fast 17 Jahre wirkte Bugenhagen hier mit wachsendem Erfolg. Der Ruf der Schule wuchs und es kamen sogar Schüler aus Riga und aus Westfalen zu ihm. Die Auslegung biblischer Schriften hat er wohl bald in seine Lehrtätigkeit aufgenommen und diese Schrifterklärungen waren auch für die Mönche, Geistlichen und die Bürger der Stadt besuchenswert. Nach einem Hinweis auf die Schriften des Humanisten Erasmus von Rotterdam ist dieser Einfluß bei ihm immer deutlicher.
Pommersche Geschichte und Schriftauslegung
![]() Bugenhagens Handschrift der "Pomerania" |
1509 wird Johannes Bugenhagen zum Priester geweiht.
Die erste Gesamtdarstellung der Geschichte Pommerns, die „Pomerania“ verfaßte Bugenhagen in den Jahren 1517/18 auf Anregung seines Landesherrn, des Herzogs Bogislaw.
![]() Titel der Passionsharmonie der niederdeutschen Ausgabe, die 1586 in Barth gedruckt wurde |
Ebenfalls 1517 wird er zum Lektor für Schriftauslegung und patristische Studien an das Kloster Belbuck berufen. Er hatte nun nicht nur aus eigenem Antrieb biblische Auslegungen zu lesen sondern „ampts halben in Theologie zu lesen.“ Den Psalmen, die er zweimal las, den paulinischen Briefen, dem Matthäusevangelium sowie den Passionstexten galt seine besondere Aufmerksamkeit.
Er verfaßte eine Passionsharmonie, die er später in Wittenberg mehrfach bearbeitete. Sein „Passional“ wurde zu einem der einflußreichsten religiösen Volksbücher der Reformationszeit und wurde später in viele Gesangbuchanhänge aufgenommen.
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